Götterfunke – Liebe mich nicht von Marah Woolf [Rezension]

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Titel: Götterfunke – Liebe mich nicht

Autor: Marah Woolf

Genre: Fantasy

Verlag: Dressler

Seiten: 430

Preis: 18,99€        Kaufen beim Verlag    Kaufen auf Amazon.de

Reihe: Götterfunke 1. Liebe mich nicht 2. Hasse mich nicht (September 2017)

Ähnliche Bücher: Mythos Academy (Jennifer Estep), Göttlich (Josephine Angelini)

4,5 Eulen

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Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?

(Diese Information könnte euch ein bisschen spoilern!!, aber ich finde sie wichtig, um sich den Inhalt vorstellen zu können: Jess ist nicht das Mädchen, dass schlussendlich für Caydens Aufgabe ausgewählt wird)

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Jess ist die Hauptperson in diesem Buch. Sie hat es zuhause nicht leicht, da ihr Vater ihre Familie verlassen hat und ihre Mutter nun alkoholabhängig ist. Sie hat einen besten Freund, Josh, und eine beste Freundin, Robyn, die beide mit ihr den Sommer im Camp verbringen. Jess ist ziemlich selbstbewusst und naiv, da sie nicht einsehen will, dass sie von Anfang an unbedingt mit Cayden zusammen sein will, obwohl sie sich einredet, nichts mit einem Jungen anfangen zu wollen. Ich fand das ziemlich kindisch, aber glücklicherweise ändert sich Jess´ Verhalten im Laufe des Buches, sodass sie mir immer sympathischer wurde.

Cayden ist in Wirklichkeit Prometheus, ein Titan. Er befindet sich im Camp, weil er eine Abmachung mit Zeus hat: Wenn er es schafft, dass ein Mädchen ihn abweist, nachdem er für mehrere Wochen um sie gekämpft hat, nimmt Zeus ihm seine Unsterblichkeit, sodass er sterblich wird. Es ist Caydens größter Wunsch, sterblich zu werden, und er würde einiges für dessen Erfüllung in Kauf nehmen. Allerdings ist seine Aufgabe beinahe unmöglich zu bewältigen, da Cayden sehr attraktiv ist und sich die meisten schon auf den ersten Blick in ihn verlieben, so wie auch Jess und ihre Freundin Robyn. Cayden ist ziemlich mysteriös und nicht durchschaubar, was sicherlich dazu beiträgt, dass er auf Mädchen so attraktiv wirkt.

Athene und Apoll sind Götter und, genau wie Cayden, im Camp, um ihn bei seiner Aufgabe zu unterstützen. Ich fand beide sehr sympathisch und authentisch.

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Dieses Buch wollte ich eigentlich nicht unbedingt lesen, weil mich das kitschige Cover und auch der Titel ziemlich abgeschreckt haben. Als ich es jedoch in der Bücherei entdeckt habe, habe ich mich doch dazu entschieden, es zu lesen, da der Klappentext sich ziemlich vielversprechend anhört. Ich habe erwartet, dass Götterfunke ein sehr kurzweiliges Buch für zwischendurch sein würde und habe gehofft, dass Cayden sehr mit Jess´ Gefühlen spielen würde, sich aber insgeheim in sie verlieben würde.

Ungefähr genau so war es dann auch, allerdings steht besonders in der zweiten Hälfte auch die griechische Mythologie sehr stark im Vordergrund, was mir sehr gut gefallen hat. Es entsteht ein Konflikt unter den Göttern, in den Jess hineingezogen wird, weil sie sich zum einen sehr für Cayden interessiert und zum anderen eine spezielle Verbindung zur Götterwelt hat, zu der ich jetzt nicht mehr sagen kann, ohne zu viel zu verraten.

Anfangs hat mich die Geschichte jedoch noch nicht wirklich überzeugt, weil sie sehr klischeehaft war. Ich konnte nicht verstehen, warum Jess und Robyn überhaupt befreundet sind, weil Robyn Jess ziemlich herablassend behandelt und es hat mich genervt, dass Jess einfach nicht einsehen will, dass sie in Cayden verliebt ist. Außerdem sieht Jess etwas, das sie nicht hätte sehen sollen. Daraufhin tut Cayden ihr gegenüber so, als wäre sie verrückt. Bis dahin ist die Geschichte also wirklich nichts Besonderes.

Allerspätestens ab Seite 150 wird die Geschichte jedoch zunehmend spannend und fesselnd. Caydens und Jess´ Beziehung ist sehr aufregend, weil man merkt, dass Cayden in Jess verliebt ist, allerdings verbringt er dennoch viel Zeit mit anderen Mädchen. Er spielt mit Jess´ Gefühlen, indem er sie mehrmals rettet, sich aber dennoch nicht für sie zu interessieren scheint. Man fragt sich ständig, ob Cayden nur mit Jess spielt oder ob er sie wirklich lieber mag.         Ich finde es allerdings etwas irreführend, dass es auf dem Klappentext so wirkt, als ob Jess das Mädchen wäre, das sich aufgrund von Caydens Aufgabe nicht in ihn verlieben darf. Denn obwohl es tatsächlich so wirkt, als ob Cayden Jess auf Abstand halten will, ist Jess nicht das Mädchen, das für Caydens Aufgabe ausgewählt wird. Welchen Grund genau Cayden dafür hat, nicht von Jess geliebt werden zu wollen, bleibt bis am Ende unklar. Auch hierbei finde ich es schade, dass durch das Zitat auf dem Buchrücken („„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?“ Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. „Liebe mich nicht.““) sehr viel vorweg genommen wird, da Cayden diese Sätze erst gegen Ende der Geschichte sagt.

Ich finde es trotzdem toll, dass es in diesem Buch um Götter und die griechische Mythologie geht, weil ich dieses Thema einfach generell ziemlich faszinierend finde. Die Hintergründe und Verwandtschaftsverhältnisse werden hier sehr gut erklärt und falls man etwas nicht komplett verstanden hat, gibt es hinten im Buch einen Stammbaum der Götter und auch ein Glossar, wo man sich alles nochmal genauer ansehen kann. Davon abgesehen finde ich es toll, wie die Welt der Götter und unsere Welt in diesem Buch verschmelzen. So, wie alles beschrieben ist, kann man sich die Götter in unserer Welt wirklich gut vorstellen und es ist wirklich spannend, dass Jess eine besondere Verbindung zur Götterwelt hat. Dabei finde ich es auch gelungen, dass die Götter zwar an die moderne Welt und an das Alter der Hauptperson angepasst sind, aber trotzdem so sind, wie man sich Götter vorstellt. Also auf jeden Fall so, wie ich sie mir vorstelle: sie haben keine wirklichen Superkräfte, sondern sie sind eben einfach generell stärker und schneller als Menschen. Alles in allem sind sie ein Volk, dass mächtiger ist als wir, aber uns ansonsten sehr ähnelt. Mir hat das sehr gefallen, weil man Cayden so besser verstehen kann. Davon abgesehen finde ich ihn durch seine menschlichen Eigenschaften umso sympathischer.

Insgesamt wird das Thema der griechischen Mythologie und der Götter in „Götterfunke“ sehr ähnlich umgesetzt wie in „Mythos Academy“ von Jennifer Estep und „Göttlich“ von Josephine Angelini. Damit hat „Götterfunke“ meine Erwartungen vollständig erfüllt und sogar übertroffen, weil es meine größte Sorge war, dass die Götter in diesem Buch als verehrenswert oder übermächtig dargestellt werden würden. Das finde ich nämlich irgendwie klischeehaft und entwürdigend. (also damit meine ich zum Beispiel die Art und Weise, wie Götter in „Erwachen des Lichts“ von Jennifer L. Armentrout dargestellt werden. Falls ihr das gelesen habt, wisst ihr, was ich meine ;))

Was mir an diesem Buch außerdem sehr gut gefallen hat, ist der Schreibstil. Er ist sehr leicht und flüssig zu lesen und fesselt somit sehr. Die Autorin beschreibt nichts genauer als nötig und die Sprache ist nicht zu kompliziert, sondern eher einfach. Auch die Geschichte an sich ist nicht sehr kompliziert und angenehm zu lesen. Es wird hauptsächlich aus Jess´ Perspektive erzählt, doch zwischen den einzelnen Kapiteln bekommt man kurze Einblicke in die Berichte von Hermes, dem Götterboten, durch die man auch die Sicht der Götter auf die Ereignisse kennen lernt. So verfügt man als Leser auch über Informationen, die Jess nicht hat, sodass man ihre Gedanken manchmal nicht komplett nachvollziehen kann und teilweise verwirrt wird, es wird dadurch allerdings auch spannender.

Das Ende ist in sich abgeschlossen, sodass man nicht unbedingt sofort den zweiten Band lesen muss. Durch die Leseprobe zum zweiten Band und die angenehme Stimmung in der Geschichte habe ich jedoch wirklich Lust auf den zweiten Band bekommen und ich kann es kaum erwarten, dass er Ende September endlich erscheint.

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Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist angenehm und leicht zu lesen, sehr spannend und fesselnd und die Charaktere sind vielschichtig und sympathisch. Das Buch hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen, da es zwar einerseits wie erwartet um Freundschaft und Liebe geht, aber andererseits auch um einen Konflikt unter den Göttern und Titanen. Dabei werden die Götter, sowie ihre Welt sehr realistisch und vorstellbar dargestellt. Es ist zwar nicht besonders kompliziert oder tiefgründig, aber man fühlt mit Jess und es ist sehr spannend. Insgesamt würde ich sagen, dass es ein gutes Buch für zwischendurch ist und es macht wirklich viel Spaß, es zu lesen. Ich zumindest war voll und ganz gefangen in der Welt von „Götterfunke“.

Und gebt dem Buch eine zweite Chance, falls es euch am Anfang noch nicht ganz überzeugen konnte! Ich kann euch versichern, dass es sich lohnen wird.

Ich gebe diesem Buch 4,5/5 Eulen, weil ich mich am Anfang nicht so gut in Jess hineinversetzen konnte und weil die Geschichte erst gegen Ende so richtig fesselnd wird. Allerdings macht das Ende, wie auch die Leseprobe Hoffnung auf einen sehr emotionalen und spannenden zweiten Band. 🙂

Idee: 5/5

Umsetzung: 4,5/5

Schreibstil: 5/5

Charaktere: 4,5/5

Cover + Klappentext: 3,5/5

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