Nächstes Jahr am selben Tag von Colleen Hoover [Rezension]


Titel: Nächstes Jahr am selben Tag

Autor: Colleen Hoover

Genre: Liebesroman // New/Young Adult

Verlag: dtv

Seiten: 370

Preis: 14,99€


New York – Los Angeles, und dazwischen die große Liebe

Ausgerechnet am Abend, bevor sie von Los Angeles nach New York zieht, lernen sie sich kennen: die 18-jährige Fallon, Tochter eines bekannten Filmschauspielers, und der gleichaltrige Ben, der davon träumt, Schriftsteller zu werden. Beide verlieben sich auf den ersten Blick ineinander und verbringen die Stunden vor dem Abflug zusammen. Doch wie soll es weitergehen? Wollen sie sich wirklich auf eine Fernbeziehung einlassen und ihren Alltag nur halbherzig leben? Um das zu verhindern, beschließen die beiden, sich die nächsten fünf Jahr jedes Jahr am selben Novembertag zu treffen, dazwischen jedoch auf jeglichen Kontakt zu verzichten. Und wer weiß, vielleicht, so die Hoffnung, klappt es am Ende der fünf Jahre ja mit einem Happyend.

Doch fünf Jahre sind eine lange Zeit – und so kommt ihnen trotz aller intensiven Gefühle, die bei jedem Treffen der beiden hochkochen, ganz einfach das Leben dazwischen …


Dieses Buch wollte ich eigentlich gar nicht lesen, weil die Bücher von Colleen Hoover irgendwie bisher immer schlechter wurden. Love and Confess fand ich zwar sehr berührend, aber ich fand es schade, dass die Protagonisten leider Probleme hatten, die man in meinem Alter noch nicht kennt. Maybe Someday war mir viel zu kitschig und bei Zurück ins Leben geliebt wurden für meinen Geschmack viel zu viele Sex-Szenen beschrieben… Und der deutsche Titel von diesem Buch, das ja eigentlich „November 9“, also 9. November, heißt, ist echt nicht gerade vielversprechend… Als ich das Buch dann aber geschenkt bekommen habe, musste ich einfach sofort anfangen es zu lesen. Und entgegen meiner Erwartungen hat es mir wirklich sehr gut gefallen.

Obwohl es sich vielleicht auf dem Klappentext so anhört, ist dieses Buch echt gar nicht kitschig. Es ist zwar schon so was wie Liebe auf den ersten Blick, aber erstens realisieren die Protagonisten am Anfang selbst nicht, dass sie sich verliebt haben und zweitens ist es wirklich total realistisch beschrieben. Ich weiß echt nicht, wie Colleen Hoover mich mit ihrem wirklich einfachen Schreibstil immer wieder überzeugen kann, selbst wenn die Geschichte noch so kitschig ist. Sie schafft es einfach, mit wenigen Worten total viele Gefühle rüber zu bringen. Dabei verzichtet sie glücklicherweise komplett auf kitschige Formulierungen. Trotzdem berührt ihr Schreibstil beziehungsweise die Geschichte wirklich sehr. Man will gar nicht mehr aufhören zu lesen und leidet mit Ben und Fallon. Ich glaube, ich habe noch nie bei einem Buch so oft und so stark geweint wie bei diesem. Besonders in der zweiten Hälfte könnte man wirklich so die letzten 100 Seiten lang heulen. Für mich zeigt das, dass ein Buch sehr sehr sehr gut ist 🙂 Vom Inhalt her kann man es sich ungefähr wie eine Mischung aus „Weil ich Layken liebe“ und „Hope Forever“ vorstellen. Diese Bücher fand ich persönlich auch am besten. Übrigens passt (mal wieder) der englische Titel viel besser als der deutsche. Denn eigentlich geht es nur in der ersten Hälfte des Buches darum, dass sie sich jedes Jahr treffen. Danach wird aber klar, dass der 9. November für die beiden noch viel mehr bedeutet als bloß ein Wiedersehen…. Außerdem hatte ich aufgrund des deutschen Titels das Gefühl, es würde immer darum gehen, wie sehr sich Fallon und Ben nacheinander sehnen, was ich echt kitschig gefunden hätte. Jedoch wird im Buch wirklich immer nur über den 9. November geschrieben. Von dem, was im Leben von Fallon und Ben noch so passiert, bekommt man  also nicht direkt was mit. Dadurch wird das Buch sehr spannend.

Auch sonst fand ich es einfach total humorvoll und sehr ehrlich. Denn Ben ist Schriftsteller und Fallon und er treffen sich unter anderem immer am selben Tag, damit Ben darüber sein erstes Buch schreiben kann, das natürlich „9. November“ heißt.

Ich war schon von der ersten Seite an begeistert von diesem Buch. Fallon und Ben haben nämlich keine total romantische Begegnung oder so. Fallon wird von ihrem Vater in einem Restaurant ziemlich fies behandelt und Ben gibt sich als ihr Freund aus und verteidigt sie vor ihrem Vater. Von da an sind sie den ganzen Tag lang Fake-Freunde, bis sie am Ende bemerken, dass sie sich sehr gut verstehen und sich unbedingt wieder sehen wollen.

Anfangs hat es mich ein bisschen abgeschreckt, dass Fallons halber Körper von Brandnarben bedeckt ist und es eine große Rolle zu spielen schien, dass Fallon deswegen überhaupt kein Selbstbewusstsein mehr hat und nicht versteht, wie man sie schön finden oder sie sogar lieben kann. Aber das ist nach dem ersten neunten November geklärt. Von da an geht es um die Beziehung der beiden. Da immer abwechselnd aus Bens und Fallons Perspektive erzählt wird, erfährt man über beide etwas, über Fallon allerdings mehr.

Wie auch bei weil ich Layken liebe, „stellt sich den beiden aber das Leben in den Weg“. Ich habe um ehrlich zu sein gedacht, dass Fallon sich in einen anderen verliebt. Doch so einfach ist das nicht. Es passiert etwas anderes, wodurch zwischen Ben und Fallon einige Missverständnisse entstehen und durch Zufall passiert noch etwas Schreckliches, das Ben und Fallon endgültig auseinander reißt. Ob sie wieder zusammen kommen, verrate ich natürlich nicht aber es ist echt knapp und wie schon gesagt, hätte ich echt die ganzen letzten 100 Seiten weinen können.

Dieses Buch ist humorvoll, extrem emotional und mitreißend, aber trotzdem werden auch ernste Themen behandelt. Die Charaktere kann man immer verstehen und man leidet mit ihnen. Sie sind einfach total echt und realistisch, wie eigentlich immer bei Colleen Hoover. Alles, was mich an ihren letzten Romanen gestört hat, ist bei diesem hier nicht mehr vorhanden. Ich habe an diesem Buch wirklich nichts auszusetzen und kann es jedem empfehlen. Wenn ihr es nicht lest, verpasst ihr echt was. Colleen Hoover ist einfach die einzige, die vollkommen überzeugende und emotionale Liebesromane schreiben kann (außer vielleicht Mona Kasten. Bei Trust Again habe ich auch geweint 😅)

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5 Gedanken zu „Nächstes Jahr am selben Tag von Colleen Hoover [Rezension]

  1. Der Anfang erinnert mich ja an „Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick“, kennst du das? Und welches Buch von Hoover würdest du jemanden (mir) empfehlen, der noch nie eins von ihr gelesen hat und sonst auch kaum Liebesromane liest? Im Regal bei mir steht „Zurück ins Leben geliebt“, wäre das etwas?
    Lg Moana

    Gefällt 1 Person

    1. Also mir persönlich hat „Zurück ins Leben geliebt“ nicht so gut gefallen weil es extrem viele Sexszenen und so gibt… Und wenn du eigentlich nicht so gerne Liebesromane liest würde ich dir Hope Forever oder Weil ich Layken liebe empfehlen. Vielleicht nur deshalb, weil sie meine ersten Bücher von Colleen Hoover waren 😅 aber sie sind ein bisschen spannender und nicht so kitschig wie die anderen ☺️
      Lg Mira

      Gefällt 1 Person

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