Rat der Neun – Gezeichnet von Veronica Roth [Rezension]

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Der neue Roman der Autorin von „Die Bestimmung“!

Titel: Rat der Neun – Gezeichnet

Originaltitel: Carve the mark

Autor: Veronica Roth

Verlag: cbt

Genre: Fantasy

Seiten: 595

Preis: 19,99€ (Hardcover), 15,99€ (Ebook)

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Akos und Cyra leben auf dem Planeten Thuvhe, doch sie gehören zwei verschiedenen Völkern an: Akos gehört dem friedliebenden Volk der Thuvhesi an und und Cyra dem kriegerischen Volk der Shotet. Seitdem die Shotet vor vielen Jahren versucht haben, Thuvhe zu besetzen, sind die beiden Völker verfeindet, doch im Moment herrscht Frieden. Jeder in der Galaxie hat eine Lebensgabe und manche haben sogar ein Schicksal, das von Orakeln vorausgesagt werden kann. Im Gegensatz zu einer normalen Zukunft ist ein Schicksal unausweichlich.

Als eines Tages die Schicksale aller Familien veröffentlicht werden, verändert sich das Leben von allen, die ein wichtiges Schicksal haben. So wird Akos mit seinem Bruder Eijeh von den Shotet entführt. Dort werden sie getrennt und Akos wird zu Cyras Diener, da nur er ihre Schmerzen lindern kann. Denn Cyras Gabe besteht darin, sowohl sich selbst als auch anderen Schmerz zuzufügen, was ihr Bruder Ryzek, der grausame Herrscher von Shotet, dazu ausnutzt, seine Feinde zu foltern. Doch Cyra ist weit mehr als eine Waffe in der Hand ihres Bruders. Obwohl Cyra und Akos von Grund auf verschieden sind, entsteht zwischen ihnen eine Freundschaft. Doch Akos will nichts lieber, als seinen Bruder befreien. Um glücklich zu werden, müssen die beiden sich helfen, anstatt sich zu zerstören…

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In diesem Buch sind Cyra und Akos die Protagonisten. Beide waren mir sehr sympathisch und mir hat die ganze Geschichte hauptsächlich wegen der Charaktere gut gefallen.

AKOS kommt aus Thuvhe und ist der Sohn des Orakels. Als er und sein Bruder von den Shotet entführt werden, versucht Akos alles, um ihn zu retten. Er selbst kann seiner Meinung nach sowieso nicht gerettet werden, was an seinem Schicksal liegt. Als Akos Cyra begegnet, behandelt er sie eigentlich ziemlich nett, obwohl er zu dem Zeitpunkt schon seit 2 Jahren bei den Shotet leben muss und alles andere als gut behandelt wird. Ich fand Akos sehr sympathisch, weil er alles für seine Familie tun würde und weil er Cyra eine Chance gibt, obwohl er weiß, was man sich über sie erzählt. Akos ist mutig, loyal und ziemlich schlau.

Cyra ist die Schwester des tyrannischen Herrschers von Shotet, Ryzek. RYZEKS Schicksal besagt, dass er zum Verräter an seinem eigenen Volk werden wird und für eine Familie aus Thuvhe sterben wird. Er würde alles dafür tun, sein Volk vom Gegenteil zu überzeugen und mithilfe eines Orakels sein Schicksal zu ändern. Ryzek war mir logischerweise nicht sympathisch, aber ich finde es interessant, wie ein grausamer Vater und ein Schicksal einen ziemlich lieben und ängstlichen (okay, egoistisch war er immer) Jungen zu so einem Monster machen können.

Jedenfalls benutzt Ryzek seine Schwester CYRA dazu, seine Macht zu demonstrieren und Menschen zu Tode zu quälen. Es Cyra zuwider, Menschen zu foltern aber sie wagt es nicht, sich gegen Ryzek aufzulehnen. Cyra ist in ganz Shotet als sadistisch und verrückt bekannt und auch sie selbst hält sich für relativ wertlos. Sie hat das Gefühl, nur eine Waffe in der Hand ihres Bruders zu sein und mehr nicht. Ich fand auch Cyra sehr sympathisch, weil sich unter ihrer harten Schale ein weicher Kern verbirgt. Sie ist manchmal sehr sarkastisch und fies, was aber auch daran liegt, dass sie sehr unter ihrer Gabe und Ryzek leidet. Sie ist mein Lieblingscharakter, weil sie sich sehr stark entwickelt.inhalt-2

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich vor ein paar Jahren „Die Bestimmung“ gelesen habe und dabei zumindest die Grundidee wirklich toll fand. Daher war ich wirklich gespannt, ob und wie Veronica Roth Fantasy mit ihrem ehemaligen Genre verknüpfen würde. Denn mal ganz ehrlich, irgendwie kann man sich ja nicht vorstellen, dass Veronica Roth einfach einen oberflächlichen und durchschnittlichen Fantasyroman mit Werwölfen oder sonst was schreiben würde… Daher wollte ich dieses Buch unbedingt lesen und konnte mich kaum gedulden, bis es endlich auf Deutsch erschienen ist.

Allerdings habe ich schon vor dem Lesen viel über dieses Buch auf Instagram gelesen und war überrascht, dass es sehr stark kritisiert wurde. Ich habe gelesen, dass es rassistisch sein soll, was ich mir irgendwie nicht wirklich vorstellen konnte. Von dem her war ich umso gespannter darauf, wie das Buch wirklich sein würde. Ich muss sagen, dass ich es wirklich toll fand. Es hat mir viel besser gefallen als ich es erwartet habe und ich finde, dass sich Veronica Roth seit ihrem letzten Roman echt verbessert hat. Nach Rassismus habe ich in diesem Buch zum Glück vergeblich gesucht. Ich habe echt keine Ahnung, was an diesem Buch rassistisch oder sonst abwertend sein soll. Jetzt will ich aber nicht weiter darüber schreiben, was dieses Buch glücklicherweise nicht ist, sondern darüber, was ich dazu denke 🙂

Was ich an diesem Buch besonders toll finde, sind die Charaktere. Einzig und allein die leicht oberflächlichen Charaktere sind nämlich der Grund, warum mir „die Bestimmung“ nicht so gut gefallen hat. Hier sind alle Charaktere einzigartig und ich konnte mich sowohl in Akos als auch in Cyra sehr gut hineinversetzen. Akos war mir sehr sympathisch, weil er alles tun würde, um seinen Bruder zu schützen und weil er nach allem, was er ertragen musste, immer noch Liebe empfinden kann. Cyra mochte ich, weil sich unter ihrer harten Schale ein weicher Kern verbirgt. Außerdem hält sie sehr wenig von sich selbst und denkt, sie wäre nur eine Waffe in der Hand ihres Bruders. Beide Protagonisten entwickeln sich im Laufe des Buches zum Positiven, was sicher unter anderem daran liegt, dass sie sich ineinander verlieben. Auch Nebencharaktere wie Ryzek oder Ori fand ich sehr interessant, weil sie vielschichtig, realistisch und einzigartig sind.

Auch die Fähigkeiten der Charaktere sind mal was ganz anderes. Ich finde es zum Beispiel gut, dass Cyra nicht nur anderen Leuten Schmerzen zufügen kann, sondern dass sie auch selbst unter diesen Schmerzen leidet. Ich finde es nämlich viel realistischer, dass jede Fähigkeit auch ihre Nachteile hat und nicht, wie in anderen Büchern, einfach nur gut und praktisch ist (von der Idee her ähnelt es „Young Elites“). Außerdem hat sich Veronica Roth auch ein paar ganz neue Fähigkeiten einfallen lassen, zum Beispiel kann Ryzek Erinnerungen tauschen.

Auch der Schreibstil hat mir in diesem Buch sehr gut gefallen. Er lässt sich leicht lesen und es kommen viele Gefühle rüber. Ich habe wirklich mit Cyra und Akos gelitten, wenn sie schwere Entscheidungen treffen mussten. Auch ihre Beweggründe konnte ich so gut wie immer verstehen, auch wenn es am Ende ein bisschen komplizierter wurde. Es hat mir gut gefallen, dass es in diesem Buch, wie auch bei „die Bestimmung“ um viele moralische Fragen geht und darum, was den Charakter oder das Schicksal eines Menschen ausmacht. Beispielsweise geht es wie bei „die Bestimmung“ auch um Geschwister und darum, ob man ihnen noch loyal sein sollte, selbst wenn andere Menschen und auch man selbst unter ihnen leidet.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Akos´und Cyras Perspektive erzählt, sodass man beide Charaktere und ihre Sichtweisen gut kennen lernt. Durch die verschiedenen Perspektiven erfährt man auch etwas über die verschiedenen Völker, also über die Thuvesi und die Shotet. Die Perspektiven werden zum Glück nicht nach jedem Kapitel gewechselt, sondern immer erst ungefähr nach 30-50 Seiten. So bleibt die Spannung erhalten, weil man nicht zu jedem Zeitpunkt weiß, was die andere Hauptperson denkt und außerdem ist es sehr angenehm, weil man sich nicht so oft umgewöhnen muss. Davon abgesehen kann man die verschiedenen Sichtweisen sehr gut voneinander unterscheiden, weil Cyras Sicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist und Akos´aus der Er-Perspektive.

Außerdem gibt es viele unerwartete Wendungen und es ist schon von Anfang an spannend. Zum einen ist die (Liebes)Beziehung zwischen Akos und Cyra sehr spannend, weil ihre Charaktere einfach komplett gegensätzlich sind. Es macht wirklich Spaß, ihre Beziehung mit zu verfolgen, genauso wie ihre Gespräche. Ich finde es spannend, wie sich so unterschiedliche Personen, die zudem aus verfeindeten Völkern stammen, verlieben können. Zum anderen ist es natürlich schon von Anfang an spannend, weil man die Schicksale der wichtigsten Charaktere kennt und sich deshalb immer wieder überlegt, wie die Geschichte ausgehen könnte. Allerdings ist es auch schade, dass man so von Anfang an weiß, dass eine der wichtigen Personen sterben wird… und wie schon bei „die Bestimmung“ scheint sich Veronica Roth nicht davor zu scheuen, liebenswerte Charaktere sterben zu lassen. Einerseits ist es ja realistisch, dass auch ein paar von den Guten sterben, aber es ist natürlich trotzdem schade und man rechnet nicht damit. Aber keine Angst, sooo viele Leute sterben nun auch wieder nicht 😉

Mir hat es auch gefallen, dass in diesem Buch der Fokus nicht auf den besonderen Fähigkeiten liegt, obwohl es ein Fantasy-Roman ist. Im Mittelpunkt stehen eigentlich eher die verschiedenen Schicksale der Charaktere und die Frage, ob sie über einen bestimmen oder nicht. Die Handlung des Buches nimmt überhaupt nur durch die Bekanntgabe aller Schicksale ihren Lauf. Außer den Schicksalen geht es auch um Ryzeks Politik, es ist also wirklich kein reiner Fantasy Roman, wie man ihn kennt, was ich wirklich mal ganz erfrischend finde.

Das Ende ist zwar nicht unbedingt ein Cliffhanger, aber es werden noch sehr viele Fragen aufgeworfen und es bahnt sich auch schon ein neuer Konflikt an… und leider erscheint der zweite Band erst nächstes Jahr. Ich bin schon total gespannt wie es weiter geht!

Übrigens haben die Personen in dem Buch weder schwarze Haut noch goldenes Blut… ich weiß wirklich nicht, warum das auf dem Cover so aussieht (Schade eigentlich, ich hätte schwarze Haut und goldenes Blut irgendwie cool gefunden). Außer dem schönen Cover gibt es in diesem Buch noch eine Karte der Galaxie und ein Glossar, wo man alle Fremdwörter nachschlagen kann, was ich echt praktisch fand.

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„Rat der Neun“ ist eine schöne und sehr spannende Geschichte über zwei Jugendliche, die sich trotz all der Feindseligkeit zwischen ihren Völkern verlieben. Die Freundschaft von Akos und Cyra steht in diesem Roman eindeutig im Vordergrund, die ich sehr mitreißend, emotional und echt schön finde.

Idee: 5/5

Umsetzung: 5/5

Charaktere: 5/5

Schreibstil: 4/5

Cover+Klappentext: 4/5

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2 Gedanken zu „Rat der Neun – Gezeichnet von Veronica Roth [Rezension]

  1. Hallo : ) ,
    ich habe das Buch kürzlich auch gelesen und fand es super . Und das das Buch rassistisch sein soll hab ich auch gelesen . Finde ich aber überhaupt nicht . Mit rassistisch ist übrigens gemeint das die Shotet ein kriegerisches Volk sind und eine dunkle Haut haben . Man kann in alles auch zu viel hinein interpretieren .

    LG , Tess

    Gefällt 1 Person

    1. Ach soo das ist mir gar nicht aufgefallen, dass die schwarze Haut haben 😂 aber auch wenn, finde ich die Shotet gar nicht viel schlimmer als die Thuvhe… Also da stimme ich dir echt zu, man muss wirklich nicht in alles zu viel hinein interpretieren. Sonst könnte ja kein Autor mehr über Menschen mit dunkler Haut schreiben🙄
      Liebe Grüße, Mira 🙂

      Gefällt 1 Person

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