Girl in Black – Mara Lang (Rezension)

Titel: Girl in Black
Autor: Mara Lang

Genre: Fantasy

Verlag: Ueberreuter

Preis: 17,95€

Seiten: 396

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Klappentext:

Die 19-jährige Lia hat ein dunkles Geheimnis: Sie ist ein Seelenauge und kann die Gefühle anderer Menschen lesen, sie sogar beeinflussen. Eine machtvolle Gabe, wegen der sie in die Fänge der italienischen Mafia gerät. Der einzige Ausweg scheint die Flucht. Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt versucht sie, ein neues Leben zu beginnen, ohne die Familie, ohne ihre Gabe und ohne jegliche Emotionen. Für sie zählt nur eins: Endlich ihren Traum zu verwirklichen und Modedesignerin zu werden. Doch die Schatten ihrer Vergangenheit holen Lia ein und bringen nicht nur sie in Gefahr, sondern auch ihre neuen Freunde – insbesondere Nevio, der sie stärker berührt, als sie erwartet hätte …

Unterschätze niemals deine Gefühle –
sie sind das Mächtigste,
das du hast.

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Wegen ihrer Gabe, Gefühle lesen und sogar beeinflussen zu können, muss Lia für die italienische Mafia arbeiten und soll sogar mit dem Erben des großen Modelabels der Mafia verheiratet werden, der ein ziemlicher Sadist ist. Der einzige Ausweg scheint die Flucht zu sein, was aber eigentlich so gut wie unmöglich ist. Doch mit viel Glück gelingt Lia die Flucht und sie versucht, sich in Berlin ein neues Leben aufzubauen. Schon bald lernt sie Mavie kennen, und sie werden gute Freunde. Durch sie kann Lia bei einem Designer arbeiten, und so kommt sie ihrem Traum, Modedesignerin zu werden, immer näher. Lia würde gern ein ganz normales Leben führen, aber die Mafia ist ihr dicht auf den Fersen und nicht nur Lia, sondern auch ihre neuen Freunde werden in große Gefahr gebracht…

 

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Lia ist seitdem sie drei war in einer Mafia – Familie aufgewachsen. Da Lias Gabe für sie bei der Mafia eher ein Fluch war, hat sie sie unterdrückt, doch somit unterdrückt sie auch ihre Gefühle. Obwohl Lia aus der Mafia kommt ist sie nett, aber sie lässt sich nichts gefallen und ist nicht immer höflich. Ich finde Lia sehr sympathisch und konnte mich gut in sie hineinversetzen.

Nevio studiert Fotografie und möchte unbedingt Fotograf werden, obwohl seine Eltern davon nicht begeistert sind. Er ist ziemlich schlagfertig, und ich finde ihn auch sympathisch.

Eigentlich finde ich alle Personen in diesem Buch toll, weil sie einzigartig sind und man sie sich genauso vorstellen kann.

 

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Dieses Buch hat mich wirklich überrascht, und zwar positiv. Der Klappentext hat mich gleich angesprochen, und ich habe eine ziemlich spannende Geschichte erwartet, die in Italien spielt. Das Cover hingegen finde ich farblich mehr als schön, und auch das Muster passt gut zum Buch, aber das Mädchen darauf finde ich nicht so passend. Dafür ist das Buch aber auch ohne Umschlag schön.

Was mich am Anfang ein bisschen gestört hat ist, dass die Geschichte überhaupt nicht in Italien spielt, wie ich wegen dem Klappentext vermutet habe. Die ersten 20/30 Seiten spielen in der Nähe von Mailand, das war´s dann aber auch schon. Der Rest der Geschichte spielt in Berlin. Das ist zwar etwas ganz anderes als Italien, aber wenn man sich damit abgefunden hat ist es auch schön. Dadurch, dass alles so gut beschrieben ist, konnte ich mir Berlin und die Stimmung dort sehr gut vorstellen, obwohl ich noch nie dort war.

Die Handlung in diesem Buch ist eine Mischung aus Fantasy, Krimi und Roman. Der Fantasyaspekt in dieser Geschichte gefällt mir sehr gut. Er ist nicht so sehr im Vordergrund wie in anderen Büchern, aber trotzdem wichtig. Lia ist eine Empathin, das heißt, dass sie Gefühle von anderen spüren und auch Gefühle übertragen kann. Wenn sie das tut, bilden sich auf ihrer Haut Ranken ab, die ein bisschen wie Tatoos aussehen. Man kann sich das wirklich gut vorstellen, und mir gefällt die Idee, dass man die Gabe durch die Ranken auf dem Körper auch nach außen hin sehen kann.

Dazu kommt noch die Mafia, durch die das Buch spannend wird und durch die manche ernste Themen angesprochen werden.

Was mich aber überrascht hat, ist das große Thema Mode in diesem Buch. Natürlich ist es von Anfang an klar, dass Lia Modedesignerin werden möchte. Aber das Thema Mode ist wirklich ganz zentral. Die Mafia, bei der Lia aufgewachsen ist, hat ein Modelabel, und in Berlin arbeitet Lia bei einem Modedesigner. Die Mode und generell Kunst führt in diesem Buch eigentlich alles zusammen. Mir hat das gut gefallen, weil das Thema und die Personen, die sich damit beschäftigen, gar nicht oberflächlich sind und weil man wirklich verstehen kann, dass es Lia etwas bedeutet. Durch dieses Thema und auch durch Lias Freundschaft zu Mavie und Nevio wird alles aufgelockert, sodass es nicht immer spannend ist. Spannung ist eigentlich nur am Anfang, zwischendurch immer wieder und am Ende vorhanden. Dazwischen geht es um Lias neues Leben in Berlin, um die Vergangenheit, von der sie fast nichts weiß und um die verschiedenen Personen, mit denen Lia zu tun hat. Sie sind alle vielseitig und man kann es sich gut vorstellen, dass es sie wirklich gibt. In diesem Buch habe ich generell sehr viel aus dem echten Leben wiedererkannt, was man von einem Fantasyroman normalerweise nicht erwartet.

Auch der Schreibstil hat mir total gefallen. Er ist irgendwie ganz besonders, weil die Autorin oft so etwas wie Metaphern verwendet. Und obwohl ich den Schreibstil auf keinen Fall als einfach beschreiben würde (es werden manchmal Wörter verwendet, die sehr sehr wenig benutzt werden), kann man das Buch leicht und flüssig lesen, da die Autorin humorvoll schreibt. Das Buch nimmt einen durch den Schreibstil wirklich gefangen. Außerdem werden viele moderne Wörter benutzt, sodass die Geschichte wirklich genau zwischen der echten Welt und der Fantasiewelt liegt. (Das ist jetzt etwas komisch ausgedrückt, aber ich glaube ihr wisst, was ich meine :)) Übrigens ist das Buch immer abwechselnd aus Nevios und Lias Perspektive geschrieben. Und die Gestaltung der Kapitelanfänge ist einfach wunderschön!

 

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Ein wirklich schön geschriebenes Buch über die Mafia, die Mode und Gefühle mit vielseitigen Protagonisten. Ich habe daran wirklich nichts auszusetzen und kann es jedem empfehlen, denn es steckt viel mehr drin als man denkt und es regt auch ein bisschen zum Nachdenken an. Ich finde es sehr schade, dass es keinen zweiten Band gibt…

Vom Thema her ähnelt dieses Buch ja Black Blade, aber es ist viel tiefgehender und es wirkt viel echter 🙂

Ich gebe dem Buch 5/5 Eulen.

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