[Rezension] Gläsernes Schwert – Victoria Aveyard

Titel: Gläsernes Schwert

Autor: Victoria Aveyard

Verlag: Carlsen

Seiten: 574

Preis: 21,99€

Reihe: 1. Die Rote Königin 2. Gläsernes Schwert 3. King’s Cage (noch nicht auf deutsch erschienen)

Mare und Cal wurden nach Mavens Verrat gerade noch von der Scharlachroten Garde gerettet. Dort sollen sie helfen, eine Revolution gegen Maven zu starten. Mare möchte mithilfe einer Liste von Julian, auf der alle Personen aufgeschrieben sind die so sind wie Mare, Maven bekämpfen. Diese Personen werden Neublüter genannt. Finlay unterstützt Mare bei diesem Plan, doch der Oberst hat etwas dagegen. Er sperrt Cal ein und ist auch Mare gegenüber misstrauisch, und genau wie die meisten anderen Roten hat er Angst vor ihr. Um ihren Plan trotzdem in die Tat umsetzen zu können, flieht Mare mit Cal, Kilorn, Shade und Finlay und macht sich mit ihnen auf die Suche nach Neublütern. Mare hofft, aus ihnen eine Armee aufzustellen, die es mit Maven aufnehmen und das Regime der Silbernen stürzen kann. Aber Mare ist nicht die Einzige, die die Neublüter sucht. Auch Maven kennt die Liste und tut alles dafür, um möglichst viele von ihnen zu töten. Mare muss versuchen, ihm zuvor zu kommen und die Neublüter zu retten. Cal hilft Mare, obwohl er nicht ganz überzeugt von ihrem Plan ist und sich einfach nur an seinem Bruder rächen möchte. Er der einzige Freund, den Mare noch hat und er ist wichtig für Mares Revolution, aber wird er bei ihr bleiben? Während Mare und die anderen nach Neublütern suchen, wird mit der Zeit klar, dass Maven eigentlich nicht die Neublüter will, sondern vor allem Mare selbst…

Und die ganze Zeit gilt: jeder kann jeden verraten.

Ich sehe Blut von einer Krone tropfen. Ein Gewitter ohne Donner. Tanzende Schatten auf einem Bett aus Flammen.

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Mare Barrow wurde von Maven angelogen und verraten, deshalb will sie sich nun rächen und ihn umbringen. Das ist es, was sie mit Cal verbindet. Aber sie ist auch traurig, da sie den Maven vermisst, den sie geglaubt hat zu kennen. Für ihre neue Mission, alle Neublüter aufzuspüren und sie auszubilden, setzt sie sich voll ein und riskiert sogar ihr Leben dafür. Sie kann es nicht ertragen, dass Maven die Neublüter wegen ihr umbringt.

Wenn ich ein Schwert bin, bin ich ein Schwert aus Glas, denn ich fühle, wie ich langsam zerbreche.

Dabei muss ich aber sagen, dass ich sie manchmal ein bisschen naiv fand. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Mare nicht so genau weiß, was sie eigentlich will und wer sie ist. Mal führt sie sich auf wie Mareena und bekommt durch ihr bestimmerisches Gehabe plötzlich alles, was sie will. Aber manchmal denkt sie sich plötzlich, dass sie besser schwach wirken sollte, was für mich nicht so ganz zusammen gepasst hat.

Im Laufe des Buches entwickelt sich Mare eher zum negativen. Sie fühlt sich mächtig, wenn andere Leute Angst vor ihr haben und im Laufe des Buches wird ihr die Revolution immer wichtiger. Sie will sich immer mehr an Maven, Elara und allen Silbernen rächen. Ich finde es komisch, dass sie manchmal alle Silbernen in einen Topf wirft, obwohl sie selbst silberne Verbündete hat. Gegen Ende des Buches wird Mare ziemlich grausam und ein bisschen kalt und achtet so gut wie nur auf sich selbst.

Ich möchte stehen bleiben, ohne mich oder jemand anders zu töten. Aber das ist unmöglich. Ich muss weitermachen, ich muss mir selbst wehtun, um mich selbst zu retten, und anderen wehtun, um andere zu retten.

Cal ist sehr enttäuscht von seinem Bruder, Maven und hat dank seines Verrats kein zuhause mehr. Er gehört nicht wirklich zu den Rebellen, aber der Rest der Bevölkerung möchte ihn tot sehen, da Elara ihn dazu gezwungen hat, den König zu ermorden. Cal will, genau wie Mare, Rache, aber nur an Elara und Maven, nicht an allen Silbernen. Deshalb schließt er sich Mare an, obwohl er nicht hundertprozentig hinter der Revolution steht. Manchmal ist Cal hoffnungslos und traurig.

Cal mag ich im Gegensatz zu Mare sehr gerne und kann ihn auch immer verstehen. Ich finde, seine Gefühle wirken wesentlich echter als die von Mare.

Schreibstil:

Der Schreibstil ist schön und fesselnd. Alles wird genau beschrieben, sodass man es sich gut vorstellen kann. Allerdings ist er auch nichts Besonderes.

An dieses Buch hatte ich keine hohen Erwartungen, da ich schon oft gehört habe, es sei schlechter als der erste Band. Und der erste Band hat mir nicht wirklich gut gefallen (3/5 Sterne). Das lag vor allem daran, dass ich mich weder mit Mare, noch mit Maven und Cal anfreunden konnte. Außerdem fand ich alles sehr oberflächlich und ich hatte das Gefühl, dass es einfach so eine Mischung aus Tribute von Panem und Selection ist. Wegen der Wendung am Ende habe ich mir trotzdem den zweiten Band gekauft, der viel besser war als ich erwartet habe.
Am Anfang hatte ich wirklich Schwierigkeiten, wieder in die Geschichte rein zu finden. Es werden viele Ereignisse aus dem ersten Band kurz genannt, aber nicht genauer beschrieben und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mir einigermaßen zusammengereimt hatte, was denn genau im ersten Band passiert ist. Es werden auch viele Personen aus dem ersten Band erwähnt, an die ich mich nicht mehr erinnern konnte. Mit der Zeit wusste ich es dann wieder, aber es gibt jemanden namens Lucas, von dem ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, wer er war.

Es hat mir gefallen, dass man in diesem Buch mehr über die Scharlachrote Garde erfährt und, dass man Kilorn, Farley und Shade besser kennenlernt. Farley und Shade sind wirklich tolle Nebencharaktere, die Mare unterstützen und mehr wissen, als sie ihr anvertrauen. Ich finde es auch gut, dass Mare nicht nur bei den Silbernen, sondern teilweise auch bei den Roten Feinde hat und dass sie dann mit den Neublütern eine eigene Revolution aufstellen will. Allerdings habe ich es nicht so ganz verstanden, warum der Oberst noch so einigermaßen auf Mares Seite  ist, obwohl er sie eingesperrt hat. Es gibt auch andere Handlungen, die ich ein bisschen unlogisch fand, aber das hat mich nicht so sehr gestört.

Außerdem ist dieser Teil viel spannender als der erste. Bei den Aktionen, bei denen Mare neue Neublüter rekrutieren will, passieren immer wieder unvorhergesehene Dinge und es wird ziemlich aufregend. Maven versucht die ganze Zeit, Mare wieder zu sich zu holen und lauert ihr öfter auf. Auch die Fähigkeiten der anderen Neublüter sind sehr interessant, durch sie werden die Kämpfe noch spannender.

Ich fand es aber schade, dass zwischen Cal und Mare nicht mehr passiert ist. Ich muss aber sagen, dass ich auch nicht mehr so genau weiß, wie die beiden im ersten Band zueinander standen. Kilorn ist jetzt auch bei Mare und er beneidet Cal um Mares Liebe. Trotzdem steht die Beziehung von Mare zu Cal nicht so sehr im Vordergrund; dafür passieren andere spannende Dinge.

Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, ist Mare. Mit ihr konnte ich mich schon ein bisschen mehr anfreunden, als im ersten Band, aber ich kann ihre Gefühle und Handlungen immer noch nicht nachvollziehen und finde sie ziemlich egozentrisch und naiv.

Das Ende des Buches hat übrigens wieder so etwas wie einen Cliffhanger. Es gab gerade eine Wendung und 10 Seiten später hört das Buch auf, wie im ersten Band. Also würde ich empfehlen, vielleicht lieber zu warten, bis der dritte Band erscheint, da man sonst wahrscheinlich das gleiche Problem hat wie vom ersten auf den zweiten Band.

 

wp-image-1471848101jpg.jpgDieses Buch hat mir wegen einer großen Spannung, Menschen mit Fähigkeiten und der Revolution viel besser gefallen als das erste. Mit Mare konnte ich mich noch immer nicht so ganz anfreunden, aber Cal ist dafür echt toll.

Ich empfehle es jedem, diesen Band zu lesen, egal ob einem der erste Band gefallen hat oder nicht. In diesem Buch geht es nämlich nicht mehr um das Leben im Palast, sondern um Mare, die im Mittelpunkt der Revolution ist.

Ich gebe dem Buch 4/5 Eulen.

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7 Gedanken zu „[Rezension] Gläsernes Schwert – Victoria Aveyard

  1. Hey!
    Ich fand den zweiten Band auch besser als den ersten, auch weil man die Charaktere nun besser kennenlernt und sie sich im Laufe der Geschichte entwickeln. Ich finde Mare eine ganz angenehme Protagonistin. 🙂
    Aber an Lucas konnte auch ich mich bis zum Ende nicht erinnern. War er ihr „Hausmädchen“ oder sowas?!
    Ich freue mich schon total auf Band 3 und hoffe, dass Aveyard dem Ganzen noch ein Krönchen aufsetzt!
    LG Lisa
    Übrigens: Tolle Rezi!

    Gefällt 1 Person

      1. Bin mir ziemlich sicher, dass sie entweder zusammenkommen oder einer von beiden am Ende stirbt. Vermutlich eher Letzteres… Ich glaube, Aveyard braucht kein Happy-End, um eine gute Geschichte zu schreiben. Aber das ist jetzt nur ein ganz persönlicher, laienhafter Tipp. Haha

        Gefällt 1 Person

        1. Ich denke, dass sie vllt noch weiter abrutscht und dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Die anderen befreien sie, sie fühlt sich schuldig, weil sie alle in Gefahr gebracht hat und opfert sich am Ende selbst. Das wäre zwar irgendwie vorhersehbar, aber dennoch ein gutes Ende. Ein bisschen wie Tris in der Bestimmung…

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